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Nachbericht der Pressekonferenzen zur XPOMET© Convention in Berlin und Leipzig am 30.01.2018

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Feb

Mit Schwung in eine neue Kultur

Am 30.01.2018 lud das Team der XPOMET© Convention Pressevertreter zur ersten Pressekonferenz zur XPOMET© Convention, die in Kooperation mit dem Verband digitale Gesundheit e.V. vom 21. – 23. März 2018 in der KONGRESSHALLE am Zoo in Leipzig stattfinden wird, in Berlin und Leipzig ein.

In Berlin begrüßte Ulrich Pieper, Gründer der XPOMET© Convention und Vorstandsvorsitz des Verbands digitale Gesundheit e.V. (VdigG), seine Gäste João Bocas (Digital Health Influencer I CEO Digital Salutem), Dr. Timo Schöpke (Direktor Notfallzentrum, Klinikum Barnim GmbH) und Christian Gröger (Vorstand VdigG), in Leipzig Prof. Dr. Emmrich (Institutsleiter Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI), Constanze Schwarz (Wissenschaftliche Leitung XPOMET© I Leitende Ärztin Notaufnahme, Sana Klinikums Borna) sowie Lena Geppert (Geschäftsleitung VdigG).

Zunächst stellte Pieper die Grundidee und den Rahmen hinter der XPOMET© vor, deren Grundlage vor zwei Jahren geschaffen wurde. Er sei damals erstaunt darüber gewesen, was für eine Bewegung in der Medizin sei – es aber kein Format dafür gebe. Statt fachübergreifender Veranstaltungen habe jeder Sektor seinen eigenen Kongress, ohne über den Tellerrand zu schauen und ein Verständnis für andere zu bekommen. Für Investoren, die Industrie und Politik sei es schwierig, diesem Geschehen zu folgen – hier fehle es an einer gemeinsamen Sprache. Dies führe dazu, dass Innovationen in ein “Realisierungsloch” fielen, die Akteure abwanderten und infolgedessen Innovation von anderer Stelle wieder zurückkomme, und zwar von denen, die wir hätten ziehen lassen. Ein Beispiel dafür sei das Silicon Valley, in dem ein völlig andere Kultur herrsche, mit Gesundheitswirtschaft umzugehen, und darum auch die Bereitschaft, Kapital zu investieren. In Deutschland kämen viele Innovationen überhaupt nicht über den Forschungsstatus in die Gesundheitswirtschaft – trotz des hohen Forschungsstands und -standards. Den Grund hierin sieht Pieper auch im tradierten Gesundheitsverständnis und einem verwaltenden Gesundheitssystem, das sich eher auf die Behandlung von Chronikern als auf Heilung fokussiere. “Es geht darum, Heilung in das Gesundheitssystem zu bringen – das schaffen wir nur, wenn wir uns neuen Methoden und neuem Denken öffnen und den Innovationen auch die Möglichkeit zu geben, hier bei uns Fuß zu fassen”, so Pieper. In den USA sei dies mit der Precision Medicine und Regenerativer Medizin sowie deren intensiven Erforschung schon fester Bestandteil des Gesundheitswesens.

Credit: XPOMET© Convention

Der Bereich Regenerative Medizin ist auf der XPOMET© 2018 ein großer Bestandteil des Kongresses – auch wegen der Brisanz und Wichtigkeit des Themas. Prof. Dr. Frank Emmrich weist darauf hin, dass dieses Feld schwer begreifbar zu machen sei, da man es nicht mit bloßem Auge sichtbar machen könne. Dies sei aber eine lohnende Aufgabe, nicht nur für die Forscher, sondern auch für die Öffentlichkeit: “Wir müssen transparent sein und zeigen, was hinter diesen Buzzwords steckt.” Nur so könne der Bürger zu einem aufgeklärten Patienten werden. Die Medizin sollte an der Mitarbeit und Mitwirkung des Patientens interessiert sein, was jedoch erst möglich sei, wenn dieser verstehe, wie Medizin und das Gesundheitswesen funktionierten. Denn Innovationen wie der 3-D-Druck von Gewebe seien schon heute “nicht nur Fantasie, sondern Wirklichkeit”. Dazu gehören auch neue Möglichkeiten in der Krebsbehandlung, etwa durch das Einbauen eines künstlichen Rezeptors, der körpereigene Zellen so programmieren kann, dass sie wie “Polizisten durch den Körper patrouillieren”, Krebszellen aufspüren und vernichten. In den USA gebe es bereits schon viele Fälle, in denen Kindern so von Leukämie geheilt worden seien. Weltweit liefen deshalb Forschungen, um diese Behandlungsmethode voran zu treiben, erste Produkte von Pharmaunternehmen seien bereits zugelassen. Emmrich hofft darauf, dass diese auch bald in Europa erfolge – das Fraunhofer wolle seinen Teil dazu beitragen.

Credit: XPOMET© Convention

Die Zusammenarbeit der weltweiten Healthcarebewegung scheint unabkömmlich, das Lernen voneinander auf internationaler Basis ein wesentlicher Bestandteil, um Innovationen voranzutreiben. Daher kommen auf der XPOMET© über 100 internationale und nationale Speaker zusammen, einige von ihnen finden sogar zum ersten Mal ihren Weg nach Deutschland.

Einer der internationalen Speaker der XPOMET© ist João Bocas, der die Entwicklung im globalen Gesundheitswesen schon lange beobachtet. Für ihn ist die Durchsetzung von Innovationen kein deutsches Problem, sondern ein weltweites – insbesondere im Gesundheitswesen, das eine extreme Herausforderung darstelle. Die alternde Bevölkerung sei nur ein Grund, warum die Gesundheitssysteme neue, nachhaltige Modelle suchten – und die einzelnen Akteure neue Businessmodelle. Dies sei eine Möglichkeit, aber auch ein Bedürfnis.

Credit: XPOMET© Convention

“We are entering the second phase of Digital Health where things are getting a little bit more serious and we talk about implementation and adoption – because we don’t want just to talk about nice things, we want to actually use them.”
Voraussetzung für die Einführung von Innovationen sei es, die vielen Entscheidungsträger zusammenzubringen und kulturelle Unterschiede zu überwinden – etwa die Kultur der Risikovermeidung. Denn “taking a risk belongs to innovation: Failure means learning and improving”, ist Bocas überzeugt. Dafür steht in seinen Augen auch die XPOMET©: So viele Themen zusammen zu bringen, sei einzigartig und ambitioniert – worin die Innovation der Veranstaltung selbst liege, sei, dass dieses Ziel ein Risiko mit sich bringe und den Status quo herausfordere. Die Convention biete eine einzigartige Möglichkeit, Innovationen von heute zu zeigen, aber auch einen Blick in die Zukunft zu wagen, und Menschen dazu zu bringen, sich zu fragen, was wäre wenn – auch auf internationaler Basis. “Cultural Change is necessary and that just works with international exchange”, schloss Bocas.

Dass dieser kulturelle Wandel vor allem von der Mikroebene aus gestaltet werden kann und muss, verdeutlichte Dr. Timo Schöpke, der gemeinsam mit Constanze Schwarz federführend den Bereich Notfallmedizin der Zukunft für die XPOMET© konzipiert. Ein wichtiger Punkt für die nächste Legislatur sei in der Gesundheitspolitik neben der Pflege die Notfallmedizin, so Dr. Schöpke. Den eklatanten Umsetzungsschwierigkeiten, die dort immer noch herrschten, sei nur mit einer innovativen Haltung zu begegnen. Auf der XPOMET© sieht er die Chance, diese Innovation zu thematisieren, und alle – Leistungserbringer, Industrie und Entscheidungsträger – an einen Tisch zu bringen, Lösungen zu finden, und vor allem Nachhaltigkeit zu garantieren.

Credit: XPOMET© Convention

Gerade in der Notfallmedizin gebe es viele Abläufe, die etwa durch Digitalisierung stark verbessert werden könnten. Dies beginne bei der soliden Informationsaufbereitung für den Patienten, um diesem eine erste Orientierung zu bieten, ob ein Besuch der Notaufnahme notwendig sei, und ginge bis hin zur Interoperabilität der Systeme in der Kommunikation zwischen dem medizinischen Fachpersonal, das helfe, Ressourcen durch die Vermeidung von redundanten Abläufen wie der mehrfachen und manuellen Eingabe bzw. Aufzeichnung von Daten einzusparen.

Um hierfür Lösungsansätze zu finden, bietet die XPOMET© nach Schöpkes Ansicht durch das Format im Gegensatz zu konventionellen Kongressen eine geeignete Plattform. Zunächst sollen möglichst viele Besucher durch Keynotes thematisch abgeholt werden, um dann im Showcase vor Ort aktiv einbezogen zu werden. Im Showcase Notaufnahme der Zukunft des Segments Future Hospital handelt es sich um einen hochmodernen Schockraum, der so in Deutschland in den seltensten Fällen vorzufinden ist, obwohl in diversen Leitlinien verankert. Auch die Begleitung der präklinischen Phase über Videokonferenz, wie sie vor Ort demonstriert wird, existiert in Deutschland bisher nur in Pilotprojekten. Die gesamte Showroom-Simulation stellt die Idealsituation an moderner Gerätemedizin, vernetzten Systemen, Datenverarbeitung und Datenfluss dar. Schöpke ist überzeugt, dass das aktive Erleben im Showroom für den darauffolgenden Dialog im Think Tank öffne, in dem nicht nur medizinisches Fachpersonal, sondern auch Akteure aus Wirtschaft und Politik zusammen kommen.

Dass dies notwendig ist, sieht auch Constanze Schwarz. In der Klinikarbeit müssten Ärzte oft mit IT-Systemen arbeiten, die nicht den Bedürfnissen entsprächen – im Dialog zwischen Klinik und der Industrie habe sie schnell gemerkt, dass sie “unterschiedliche Sprachen sprechen” würden. Doch gerade in Zeiten, in denen alle Fachbereiche immer hochtechnisierter würden und interdisziplinärer arbeiten müssten, der Facharztmangel vor allem auf dem Land zu einem großen Problem werde, sei es umso wichtiger, welche Tools das Fachpersonal nutze. Die Digitalisierung in Form von elektronischen Patientenakten und die Einbindung von Medizintechnik seien Hauptbestandteil davon. Vergesse man als Arzt, eine bestimmte Schnittstelle einzukaufen, müssten die Daten am Ende doch wieder manuell und mithilfe von PDFs eingegeben werden. Dies verschwende Zeit, in der der Patient behandelt werden könnte. Schwarz fordert: “Das muss anders gehen!” Daher sieht sie in der XPOMET© eine Plattform, die auf die Probleme einzelner Sektoren aufmerksam macht und einen Netzwerkaufbau fördert. Als besonders wichtig sieht sie an, dass der Patient informiert werde, und die Kommunikation zwischen Patient und Leistungserbringer – aber auch zwischen dem medizinischen Fachpersonal – digital möglich sein müsse. Dies vermeide Datenverlust und verkürze Arbeitsabläufe. Darin sieht sie auch den Grund, warum sie und Kollegen trotz des Arbeitspensums an der Klinik so bestrebt darin sind, den Zweig der Notaufnahme im Rahmen der XPOMET© aufzubauen: So hätten sie die Möglichkeit, praktisch die Richtung mitzubestimmen und sich in Zukunft besser digital mit dem Patienten im Fokus aufstellen zu können.

Credit: XPOMET© Convention

Dass Digitalisierung aus keinem der Bereiche der XPOMET© weg zu denken ist, zeigte sich in den Statements aller Sprecher, von der Regenerativen bis zur Notfallmedizin. Dies ist auch einer der Gründe, warum der VdigG Co-Host der XPOMET© ist. Digitalisierung des Gesundheitswesens sei nur möglich durch die Schaffung von Interoperabilität, so Lena Geppert. Doch dafür müssten wie gesetzlich vorgesehen standardisierte und offene Schnittstellen geschaffen werden. Der Verband ist überzeugt, dass Interoperabilität nicht nur die Arbeitswege des medizinischen Fachpersonals, sondern auch die Erfahrung des Patienten verbessere. Dafür sei das Projekt InterX.0 – A Patient’s Journey auf der XPOMET© angestoßen worden, in dem anhand von exemplarischen Patientenpfaden in einer animierten Kunstinstallation eben dies thematisiert und anschließend in einem Think Tank mit den teilnehmenden Unternehmen von PVS-Hersteller über Start-up sowie Experten diskutiert wird, wie die Schnittstellenschaffung weiter vorangetrieben werden kann. Das Gesundheitswesen dürfe die Digitalisierung nicht verpassen, so wie andere Branchen, mahnt der VdigG – dafür sei es ein zu wichtiges Thema.

Durch das Zusammenbringen von allen Entscheidern aus dem Gesundheitswesen, national und international, in den verschiedenen Formaten wie den Showcases und Think Tanks soll eine Plattform für die Akteure geschaffen werden, die laut Dr. Timo Schöpke geeignet ist, “so viel Wissenstransfer zu schaffen und Willensbekundungen zu bekommen, dass wir die Ergebnisse publizieren und diese mit gewisser Nachhaltigkeit in den nächsten Jahren immer wieder aufgreifen können. Dies macht aus der XPOMET© ein Instrument, die notwendige Innovation in diesem Sektor voranzubringen.”

Kontakt:
Carla Thöne
Head of Marketing & Event
+49 (0) 30 224 793 04
+49 (0) 151 65756041
carla.thoene@xpomet.com

Quelle Titelbild: XPOMET© Convention

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