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Wenn Technik den Nerv trifft: Intelligente Implantate in neurologischer Therapie und Rehabilitation

Wenn Technik den Nerv trifft: Intelligente Implantate in neurologischer Therapie und Rehabilitation

Wenn Technik auf Nerven trifft, dann kreisen Gedanken zwischen Ängsten von Maschinenmenschen und Heilsversprechen zur Heilung chronischer Erkrankungen und Wiederherstellung verloren gegangener Gliedmaßen und Sinnesfunktionen.

Technische Systeme aus Polymeren stellen heute schon oft den Kontakt zum Nervensystem her, um in elektrisch aktiven Implantaten Nerven zu stimulieren oder Nervensignale aufzunehmen. Cochlear Implantate stellen das Hörvermögen wieder her und Tiefenhirnstimulatoren helfen Zittern und Bewegungssteifigkeit bei M. Parkinson zu lindern. Rückenmarkstimulatoren unterdrücken chronische Schmerzen und Stimulation des Vagusnerven verringert die Anfallshäufigkeit bei Epilepsie. Seit einigen Jahren lassen Retina Implantate an Retinits Pigmentosa Erblindete wieder etwas sehen.

Im Bereich der Forschung werden noch eine Vielzahl an Möglichkeiten untersucht, Signale aus dem Gehirn zur Steuerung von Hilfsmitteln einzusetzen, Gelähmte Gliedmaßen anzusteuern und Fühlen von Greifprothesen in die Nerven zurück zu schreiben. Ist alles Denkbare auch möglich oder gibt es neben ethischen und gesellschaftlichen Grenzen auch noch im 21. Jahrhundert grundlegende technische Hürden, die Naturwissenschaftler, Ingenieure und Mediziner herausfordern?

Der Vortrag gibt einen Überblick über Anwendungen neurotechnischer Implantate und wird anschaulich darstellen und diskutieren, welche Möglichkeiten und Limitationen es bei der Entwicklung und Anwendung von Schnittstellen zum Nervensystem gibt.

Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Thomas Stieglitz am 22.03.2018

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